Jahresgabe 2017

01/2017

kaum wahrnehmbar

öffnet sich ein Raum    in dem wir schweben    inmitten neuer Wirklichkeiten

3 Fragen aus einem Interview, das in dem Katalog "kaum wahrnehmbar" zur neuen Werkserie im November erscheint.

10/2016

> Einige Werke verweisen eindeutig auf Landschaft, insbesondere auf Wasser. Welches Verhältnis thematisieren Sie zwischen Kultur und Natur in dieser Werkserie?

Die Landschaft und ihre Weite sind in meinen Arbeiten nur angedeutet.Die Erinnerung an sie ist eine in sich ruhende Ordnung, die alle Zeit relativiert. Letztlich geht es immer um eine tiefe Sehnsucht nach innerer Balance. In der Natur finden wir sie. Goethe sagte über sie: ...

Vergangenheit und Zukunft kennt sie nicht. Gegenwart ist ihre Ewigkeit. Sie ist weise und still. Sie ist ganz und doch immer unvollendet. Jedem erscheint sie in ihrer eigenen Gestalt.

Damit ist eigentlich das Wesentliche gesagt!

> Welche Bedeutung haben die Materialien, die Sie statt dem Malgrund Leinwand, Farben und Pinseln verwenden?

In meinen letzten Werkserien "zerbrechliche Welten" und "kaum wahrnehmbar" beschäftige ich mich mit der Fragilität unserer Welten. Alles kann jederzeit zerbrechen. Schon mit der Auswahl des Materials möchte ich diese Aussage hervorheben. Der Bildkörper entsteht aus übereinandergelegten transluzenten "Farbschichten", die diesen mehr und mehr verdichten. Das Material Kunstharz und natürliche Farbpigmente lässt trotz der Schichtung eine vermeintliche Leichtigkeit erkennen und Fragilität erahnen. Wichtig ist mir die Transluzenz, abgeleitet aus den lateinischen Begriffen "trans" (durch) und "lux"(Licht) und dies bedeutet, dass Licht durch Materie ohne klare Durchsicht hindurchdringt. Transluzente Bildkörper erzeugen ein zufälliges Lichtspiel, nicht beeinflussbar.

> Benennen Sie in 5 Begriffen Ihre künstlerische Heimat.

Eduardo Testorie ordnete meine Arbeiten in der Weiterführung der Romantik ein. Im Gegensatz zu der pantheistischen Unendlichkeitssehnsucht sehe ich heute in der Gegenwart die unendliche Haltlosigkeit im Mittelpunkt. Ich möchte die informative Betrachtung auflösen, einen Resonanzraum schaffen. Dabei ist mir die Aussage von G. Bataille wichtig:

"ich lebe aus spürbarer Erfahrung und nicht aus logischer Erklärung". In erster Linie hat meine Arbeit mit dem Selbst zu tun. Immer wieder stelle ich mich selbst in Frage.